Auszüge aus dem persönlichen Tagebuch von Johnnie O’Sullivan

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Freitag 31.03.

…Heute Abend sollen wir die Show des Zirque de Freaks umrunden. Last-Minute-Änderungswünsche in den Song-Abläufen werden gefühlt fünf Minuten vor der Show besprochen. Aber irgendwie klappt es und es macht einen Heidenspaß mal wieder mit Theaterleuten auf der Bühne zu stehen und interaktiv tätig zu sein. Durch den Abend führt Michelle Spillner. Eine Zauberin und heute die Moderatorin, in die sich gleich alle aus dem Publikum ein bisschen verlieben. Sie hat Schneid und eine spitze Zunge. Kommt aus Frankfurt und lässt sich nichts vormachen. Eine herrliche Dame. Ich hab ihr Pik-Ass vom Kartentrick als Andenken mit nach Hause genommen.
Dann waren da noch Jakob Mathias, ein junger Mann, der sehr erfolgreich ist mit seiner Zaubershow und seinen wunderbaren Assistentinnen und eine Stepptänzergruppe Taphouse aus Würzburg. Alle traten im Wechsel auf. Ein buntes, abendfüllendes Programm, ein wilder Reigen. Weniger Kabarett als Cabaret. Richtiger: Varieté. Hat mir echt Spaß gemacht. Wir konnten die ganze Show von der Nebenbühne aus, auf der wir standen, mitverfolgen. Ich glaube, Christian Perleth, dem Organisator aka Zauberer Zappalott, hat es sehr gut gefallen mit uns. Ein Wahnsinn, dass der Typ auch noch aufgetreten ist, nach all dieser ganzen Riesenleistung, so ein Festival zu organisieren…

Samstag. 01.04.

…Letzte Absprachen mit Gaston Florin, dem Zauberer (Zauberweltmeister), der heute den Abend gestaltet. Wir müssen einiges ändern. Einen Tango aus dem Ärmel zaubern (dabei ist er doch der Zauberer) und irgendwie geht es auch schon recht schnell los.
Ich bin freudig erregt – sogar Michelle ist wieder aus Frankfurt angereist. Mich spornt das unberechenbare Moment an solchen Dingen an. Gestern hab ich schon ein Megasolo im Wechsel mit Didt hingelegt, als gerade nur Musik im Hintergrund laufen sollte. Heute passiert noch viel mehr von dem Zeug.
Den Höhepunkt der Improvisationskunst hielt unsere Mona für mich bereit. Als Gaston alias Jaqueline eine schaurig schöne Gruselgeschichte von Neid und Eifersucht erzählte, bei der das Blut nur so spritze, da wuchs Mona auf der Harfe über sich hinaus und umrandete die Geschichte so subtil, kontrastierte sie so pointiert, dass ich in gleichem Maße begeistert wie verzückt war. Etwa als das „Blut nur so spritzte“ kam ein flockiges Dur-Arpeggio, das mich vor Lachen erbeben ließ. Und an einer anderen Stelle wieder, gruselte mich ihr dissonanter Bassgriff mehr als all die Grausamkeiten, die Jaqueline mit Worten malte…

Es waren zwei bezaubernde, verzaubernde und magische Abende. Die mir genau so viel Spaß gemacht haben, wie dem sehr verehrten Publikum und den anderen Darstellern.
Zu deren Freude an der Inszenierung kam unsere Freude an der Musik. Eine sehr gelungene Mischung.

Johnnie O’Sullivan

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